Das sowjetische Speziallager Nr. 7

Ein Bericht über die weitere Nutzung des Konzentrationslagers Sachsenhausen nach 1945

Unsere Aufgabe war es, etwas über das sowjetische Speziallager Nr. 7 herauszufinden.
Errichtung:

Das sowjetische Speziallager Nr. 7 befand sich zunächst in Weeson bei Werneuchen, zog jedoch im August 1945 auf das Gelände des ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagers Sachenhausen um. Ein erster Transport von 150 Häftlingen erreichte am  am 10. August 1945 das ehemalige Konzentrationslager.

Genutzt wurde zunächst das ehemalige Schutzhaftlager mit ca. 60 Holzbaracken sowie  die Steingebäude der damaligen Küche, der Wäscherei und des Lagergefängnisses.

Bis Ende 1945 hatte das Internierungslager seine volle Belegungsstärke von ca. 12.000 Personen erreicht. Im Laufe des Jahres 1946 waren dort zeitweise bis zu 16.000 Menschen eingesperrt. Die etwa 2.000 weibliche Häftlinge waren in einem separaten Bereich des Lagers untergebracht.

Lagerleben:

Das Speziallager Nr. 7 war von der Außenwelt fast völlig isoliert. Angehörige wurden nicht über den Verbleib und das Schicksal der Häftlinge informiert. Anders als bei den nationalsozialistischen KZs lässt sich eine Vernichtungsabsicht den Häftlingen gegenüber nicht belegen.

Die Baracken waren überbelegt und zusätzlich herrschte ein Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kleidung und Heizmaterial. Geschlafen wurde bis zur Ausgabe von Decken im Winter 1947/48 auf einfachen Holzpritschen. Persönlicher Besitz war untersagt und wurde bestraft.

Das Lagerleben war geprägt von Langeweile und führte oft zu illegalen, künstlerischen Aktivitäten der Häftlinge.

Verstorbene ( Ursache: Unterernährung, schlechte Verhältnisse) wurden nachts in Massengräbern in Lagernähe verscharrt.

Entlassung und Auflösung:

Nach dem offiziellen Abschluss der Entnazifizierung in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) wurden im Sommer 1948 etwa 5.000 Häftlinge aus dem Speziallager Nr. 7 entlassen. Unter den verschiedenen Internierungslagern der Sowjetischen Besatzungsmacht war Sachsenhausen, das nun zum Speziallager Nr. 1 umbenannt worden war, das größte Lager gewesen. Im Frühjahr 1950 wurden auch die letzten Lager aufgelöst und ca. 5000 Häftlinge entlassen aus Sachsenhausen entlassen.

Nachdem die Schließung des Lagers in propagandistischer Aufmachung in der Presse gemeldet worden war, durfte in der DDR nicht mehr an diese Internierungslager erinnert werden. Die Lager gerieten bis 1990 in Vergessenheit.

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